Erinnerungen an unserem Vater Abram Friesen

Geboren: 30. Mai 1926 - - - - Gestorben: 18. Januar 2004



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Unsere Eltern 1949

Familie A. Friesen 1967

Unsre Eltern an ihrem 40sten Ehejubilaeum 1989

Papa erzaehlt von vergangene Jahre

Papas Lebensverzeichnis
wie Mama es aufgestellt hatte.
Abram Friesen wurde in Russland im Dorf Alexanderpol am 30.Mai 1926 als drittes Kind seiner Eltern David und Maria Friesen geboren. Nach der Flucht aus Russland siedelten sie im April 1930 im paraguayschen Chaco, im Dorf Kleefeld. Nach der Dorf- und Zentralschule besuchte er den paedagogischen Kursus. Am 5. Maerz 1949 heiratete er mich, Maria Friesen geborene Unruh.
Am 6. Dezember 1953 wurde er auf seinen Glauben an den Herrn Jesus getauft und als Glied der Mennoniten Bruedergemeinde Filadelfia aufgenommen.
Mein Mann hatte die Lehrerlaufbahn angetreten und die war nicht immer leicht!
Er arbeitete 31 Jahre als Lehrer an verschiedenen Schulen in Fernheim, in Bella Vista 3 und Independencia in Ostparaguay. In Blumental, Fernheim war er auch mehrere Jahre Ortsleiter. Uns wurden 6 Kinder (Ingrid Ursula, Sieghard, Hartmut, Otto, Heinz Erich und Mari Luise) geschenkt, von denen eines (Otto) im Alter von 3 Monaten starb. Nachdem unsere Kinder alle geheiratet hatten und selbststaendig waren, uebernahm mein Mann die Bussagentur NASA. Dort haben wir dann zusammen fast 10 Jahre in der Arbeit gestanden. Danach wurde er nocheinmal fuer 4 Jahre an die Deutsche Schule in Independencia berufen. Nach einem Ruhejahr wollten wir dann fuer einige Zeit nach Deutschland fahren. Das war unser Plan --- aber nicht Gottes Plan mit uns! Eine Woche vor dem Abflug erlitt Abram einen Gehirnschlag. Das war am 15. April 1991. Da begann fuer uns ein sehr schwerer Weg. Er erholte sich nach 6 Wochen so weit, dass er mit viel Hilfe wieder gehen lernte. Am 2. November 1997 wurde er vorlaeufig ins Pflegeheim in Filadelfia gebracht, weil ich mich in Asuncion einer Operation unterziehen musste. Daraus ist dann ein Dauerzustand geworden, jahrelang noch im Rollstuhl, bis er vor einem Jahr bettlaegerig wurde. Das Sprechen wurde ihm schon lange schwer, bis er zuletzt nur noch manchmal "ja" oder "nein" sagte. Die letzten Wochen und Tage waren sehr schwer fuer ihn da er auch nicht mehr essen konnte. Ich habe taeglich mit ihm gebetet und, solange er konnte, sagte er sein "Amen" dazu. Ich kann nur abschliessend mit Psalm 77,14 sagen: "Gott, Dein Weg ist heilig." Beim Personal des Pflegeheimes moechte ich mich ganz herzlich fuer die Geduld und den aufopfernden Dienst an meinem Mann bedanken.
Soweit unsere Mutter Maria Friesen.
Abram Friesen verlies seinen Koerper am 18. Januar 2004 im Alter von 77 Jahren. Die Begraebnisfeier fand am Mittwoch den 21. Januar in der Mennoniten Bruedergemeinde Filadelfia statt. Die Ansprache brachte Pred. Paulhans Klassen. Folgender Beitrag von seiner Tochter aus Canada wurde vorgelesen:
Zu unserem Vater, Grossvater und Urgrossvater:
Papa ich weiss Du bist jetzt erloest von Deinen Qualen. Niemand weiss wirklich wie Du gelitten hast. Als ich vorige Woche mit Marlies sprach weinte ich, ja wir weinten beide, und ich betete "Herr Jesus warum? Bitte nimm ihn zu Dir" und wir beteten fuer die Erloesung von Deinem Koerper, der soo schwach war. Jetzt ist es fast zu schnell gekommen. Ich dachte Du und Mama wuerden noch das 55jaerige Ehejubilaeum haben. Ich wollte gerne noch kommen und bei Dir sitzen. Entschuldigung das ich nicht da war, ich wollte ja noch Aufwiedersehen sagen. Ich wollte noch Deine Haende streicheln, meine Haende auf Deinen Kopf legen, so wie Du es tatst als ich ein Kind war. Ich wollte noch einmal danke sagen fuer alles was Du fuer uns getan hast. Die Erziehung und die Schulung Deiner Kinder war Dir sehr wichtig. Vieles kam nicht so aus wie Du geplant hattest, aber wir mussten unsere eigenen Wege gehen und machten oft Fehler die Dir fast das Herz brach. Aber Du warst immer fuer uns da, hast uns nie verlassen, hast uns geholfen wenn immer Du konntest. Ich erinnere mich noch so gut als die Lehrer Extra Geld von der Deutschen Botschaft kriegten. Es war 1961 und wir Kinder kriegten zu Weihnachten jeder ein Spielzeug das man aufziehen konnte. Mir als Aelteste zeigtest Du schon vorher was die Juengeren kriegen wuerden, das ging Dir so gut. In Independencia wurden Lehrer gebraucht und Du lehrtest mich Lehrerin sein. Spaeter als Du Grossvater wurdest, warst Du so stolz auf Dein erstes Grosskind und Du kauftest ein Dreirad.
So viele Erinnerungen sind da, und das ist alles was uns jetzt noch geblieben ist. Es war Dir sehr schwer als ich 1994 alleine blieb und Du nicht helfen konntest. Aber Gott ist so gut er verlaesst uns nicht und bringt uns dahin wohin er uns haben will. Papa eines Deiner Lieblingslieder war: "Wir pilgern nach Zion, herrliches liebliches Zion ja heimwaerts geht es nach Zion der herrlichen lieblichen Stadt." Du bist da jetzt und wartest auf uns . Wir goennen Dir die Ruhe die Du Dir so verdient hast und freuen uns auf ein Wiedersehen.
Wir moechten Euch liebe Mama, liebe Geschwister, Kinder, Verwandte und Freunde mit dem Bibelverse aus Matthaeus 17: 7-8 gruessen: "Aber Jesus trat zu ihnen, beruehrte sie und sagte: "Steht auf, habt keine Angst!" Als sie aufblickten sahen sie nur noch Jesus."
Im Tode vorangegangen sind seine Eltern, seine Schwester Marichen Hein, sein Bruder David Friesen, ein Soehnchen Otto, ein Grosskind Bianca und mehrere Verwandte.
Er hinterlaesst seine trauernde Ehegattin Maria sowie seine Kinder Ingrid (Dr. Joel) Chiri, Sieghard (Edith) Friesen, Hartmut (Heidelore) Friesen, Heinz Erich (Hedy) Friesen, Mari Luise (Alfredo) Silveira, 18 Grosskinder und 7 Urgrosskinder, Geschwister Heinrich Friesen in Canada, Liese Kienitz in Brasilien, Hilda Wall, Martha Wall und Otto Friesen in Fernheim und viele Verwandte.


Oben in 1961 nachdem unsere Eltern ihr Haus gebaut hatten.

Zur linken Seite Papa mit seinem Motorrad in 1963 als er in Bella Vista Lehrer war.

Zur rechten Seite auf einem Ausflug zu den Iguazu Faellen im Jahre 1968.

Wenn ich Zeit habe werde ich mehr Bilder reinstellen, komm schau bald wieder rein.


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